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ARTHUR-HASELOFF-GESELLSCHAFT E. V.

  Gesellschaft zur Förderung von Forschung und Studien
am Kunsthistorischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
    
    
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Troia, Fensterrose der Domfassade

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»Dom. Oberteil der Fassade (Rose)«
Fotograf: Martin Wackernagel
April 1908
[Glas-]Pl[atte]
13 × 18 cm
Inv.Nr 3875

 

Die Stadt Troia liegt an der antiken Straße von Benevent nach Brindisi auf einer Bergkuppe, von der aus die weite Ebene des Tavoliere übersehen werden kann. Auf den Ruinen der antiken Colonia Augusta Apulia wurde um 1022 Troia neu gegründet und erlangte als Bischofsstadt hohe Bedeutung. Nach der Zerstörung durch Friedrich II., 1229, blieben nur wenige Zeugen seiner romanischen Blütezeit erhalten. - Mit dem Bau der Kathedrale S. Maria Assunta hatte man 1093 begonnen, sie wurde um 1120 geweiht. »Die Jahrhunderte sind fast spurlos an ihr vorübergegangen«, schreibt Haseloff in den Hohenstaufi sche[n]Erinnerungen an Apulien und fährt fort: »der Bau ist der älteste und besterhaltene seines Stils in Apulien, dem sich Nachbildungen an der Straße von Benevent bis zum Monte Gargano anschließen. [.] Viele Einzelheiten lassen darauf schließen, daß der Ruhm des Neubaus der Kathedrale von Pisa hier [.] zur Nachahmung herausgefordert hat. Wie in Pisa wird das Untergeschoß von Blendarkaden belebt, unter denen Kreise oder Vielecke in die Fläche eingelassen sind. Das reich skulpierte Hauptportal schließt die Bronzetür von 1119, [.] darüber kommt das im 13. Jahrhundert zugefügte Obergeschoß mit der riesigen Fensterrose. Sogar der alte Verschluß ist hier zwischen den ins Rad gestellten Säulchen erhalten«. Die Kolonetten sind untereinander durch sich kreuzende Bögen miteinander verbunden, in deren Zwickeln jeweils Kleeblattformen eingesetzt sind. Über der Rose wölbt sich zunächst ein hoher Archivoltenbogen, der dicht mit bizarren Tiergestalten besetzt ist. Es folgt ein den Giebelverlauf silhouettierender Blendbogen in der Formensprache einer Ädikula über Doppelsäulen, die - ähnlich wie am Portal in S. Leonardo di Siponto - von Löwen getragen werden, während weitere vollplastische Bestien in der Kämpferzone hinzutreten.

© Text von Dr. Astrid Wehser (Kiel). Auszug aus dem Katalog: Arthur Haseloff und Martin Wackernagel. Mit Maultier und Kamera in Unteritalien, Kiel 2005, S. 153 f.

 

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